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Kurzinformationen
Moderne psychiatrische Versorgung findet heute in zunehmendem Maße außerhalb der Kliniken statt. Damit werden auch die Familienangehörigen der Patienten immer stärker am Rehabilitationsprozess beteiligt. Es besteht heute weitgehend Einigkeit darin, dass kein noch so gutes professionelles Versorgungsangebot die natürlichen und sozialen Einbindungen der Erkrankten in Familie und Partnerschaft ersetzen kann. Für die Angehörigen ist es andererseits von hoher Bedeutung, von psychiatrischer Seite ernst und wichtig genommen und in die Behandlung einbezogen zu werden.
Auf der anderen Seite kann die langfristige Betreuung eines psychisch kranken Menschen mit vielfältigen Problemen verbunden sein bis hin zu gesundheitlichen Belastungsfolgen. Es stellt sich die Frage, inwieweit die Gefahr besteht, dass die negativen Folgen für die Angehörigen die positiven Rehabilitationseffekte überwiegen. Dieser Fall müsste natürlich gravierende Auswirkungen für das psychiatrische Versorgungssystem zur Folge haben.
Die Zielsetzung der vorliegenden Studie besteht unter dieser Fragestellung darin, zu untersuchen, wie Angehörige die psychische Krankheit – insbesondere die Schizophrenie - eines nahe stehenden Menschen erleben und welche Folgen erlebte Belastungen nach sich ziehen:
- Wie wird eine schizophrene Erkrankung von den Eltern und Partnern subjektiv erlebt?
- Welche erkrankungs- und beziehungsspezifischen Belastungen treten im längerfristigen Zusammenleben mit den Erkrankten auf, wie werden diese wahrgenommen bzw. verarbeitet?
- Welche finanziellen Belastungen bringt eine Schizophrenie mit sich, wie werden diese von den Eltern und Partnern bewertet?
- Unter welchen Umständen bringen die bei der Betreuung eines schizophrenen Patienten erlebten Belastungen ein Risiko für psychiatrische und psychosomatische Beschwerden und Störungen der Angehörigen mit sich?
- Welche Ansatzpunkte für professionelle Unterstützungsangebote lassen sich ausgehend von den Erwartungen und Bedürfnissen der Angehörigen formulieren?
Resonanz
Ursula Talke in Psychosoziale Umschau 1/2006: "Ein lesenswertes Buch, schon weil es im deutschsprachigen Raum so wenige Veröffentlichungen zur Angehörigenforschung gibt. Da es nicht von Fachausdrücken wimmelt, kann man es auch dem interessierten, etwas "vorgebildeten" Laien in die Hand drücken – zur Einführung. Vielleicht ist es ja ein Grundstein, ein Vorbote für weitergehende Forschungen und Bücher zum Thema." Zur vollständigen Besprechung.
Dr. Hans Jochim Meyer in Eppendorfer 1/2006: "Johannes Jungbauers Buch ist in verständlicher Sprache geschrieben und lesenswert für Angehörige schizophren erkrankter Menschen sowie für alle Berufsgruppen, die mit schizophren erkrankten Menschen befasst sind. Es trägt der Tatsache Rechnung, dass auch ein psychisch erkrankter Mensch soziale und familiäre Beziehungen hat, seien sie gut oder schlecht. Es trägt auch der Tatsache Rechnung, dass der Verlauf psychischer Erkrankungen nicht nur durch die medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung, sondern ganz wesentlich auch durch die soziale Situation des Erkrankten beeinflusst wird."
Stichworte: Angehörige, psychische Belastungen, Stressmanagement, Krisenplan
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